Mittwoch, 11. Oktober 2017

Ich lade alle interessierte Leserinnen und Leser ganz herzlich zu meinem letzten Lesekreis ein!

Wir treffen uns am Mittwoch, den 1.November in der fotomenta in der Sehestedter Str.81.

Wie gewohnt beginnen wir um 18 Uhr. Ich bin schon eifrig am Lesen ! Bis dahin.....
"Überhaupt von Stalin bemerkt zu werden, war viel gefährlicher als ein Leben in anonymer Unauffälligkeit."

In dem neuen Roman von Julian Barnes - Der Lärm der Zeit  - zeigt sich das ganz deutlich im Leben des Komponisten Dimitri Dimitrijewitsch Schostakowitz.

Der Lärm bezieht sich nicht auf die Musik sondern auf die jeweilige Staatsmacht, die ihn hofiert, wenn seine Musik dem sowjetischen Ideal entspricht und ihn auch bedrängt, wenn das nicht der Fall ist.

Auch nicht musikalisch interessierte Leser werden gefallen an dem Buch finden.
Schostakowitsch, der 1906 in Petrograd geboren wird und 1975 in Moskau starb, hat die nachhaltigen Umbrüche in Rußland erlebt. Das Buch spiegelt somit auch die Geschichte dieser Zeit wieder.
Das ist sehr spannend und auch bedrückend.

Das Buch ist in drei Phasen unterteilt:
Auf der Treppe
Im Flugzeug
Im Auto

Im ersten Teil wartet Schostakowitz nachts im Hausflur auf die Geheimpolizei, die wie er meint, ihn abholen wird nachdem seine Musik in Ungnade gefallen ist. Wartend lässt er sein Leben Revue passieren.
Im zweiten Abschnitt schämt er sich aus Amerika zurückkehrend darüber, dass er sich hat vor die russische Propaganda hat spannen lassen und sein großes Vorbild Stravinsky als Landesverräter bezeichnet - wie von der Partei vorgeschrieben.
Im dritten Abschnitt hat er sich mit den wechselnden Machtverhältnissen arrangiert.

Seine erste große Oper " Lady Macbeth von Mzensk" wird übrigens in diesem Jahr in Salzburg aufgeführt.