Mittwoch, 29. März 2017

Spiegelbild mit goldenem Auge

Zufällig bin ich neulich morgens in NDR Kultur "Am Morgen vorgelesen" auf ein tolles Buch aufmerksam geworden.
Es heißt Spiegelbild im goldenen Auge von Carson McCullers.
Ursprünglich 1941 erschienen wurde es 2013 neu als Taschenbuch aufgelegt.
Erzählt wird von zwei Ehepaaren, Major Langdon und Frau sowie Hauptmann Penderton und Frau, Gefreiter Williams und Anacelto, der Hausboy der Langdons.
Spielplatz ist ein trostloses Militärcamp in einem Südstaatennest.
Die Charaktere werden sehr einfühlsam beschrieben. Man wähnt sich im Geschehen.
Der Hauptmann, der nie aktiven Dienst geleistet hat sondern die Kadetten unterrichtet, träumt naiv von der schönen Kameradschaft unter Soldaten. Seine fast einfältige aber bezaubernde Frau Leonore hat ein Verhältnis mit dem Major, dessen kränkelnde Frau anstrengend ist, die aber von ihrem Hausboy angehimmelt wird. Es ist verzwickt.
Der einfache Gefreite ist ein komischer Kauz und kommt nur durch seine Begabung gut mit Pferden umgehen zu können, in Kontakt mit Hauptmann Penderton. Das Verhängnis nimmt seinen Lauf.
Welche Extravaganzen duldet die Gesellschaft und was ist verboten ?
Die Handlung spitzt sich dramatisch zu. Der Leser wird in den Bann hingezogen.
Eigentlich legt man das Buch erst wieder aus der Hand, wenn man es durchgelesen hat.
Bei 180 Seiten genügt da auch ein verregneter Nachmittag.
Die Autorin Carson McCuller wurde 1917 in Columbus, Georgia, geboren. Sie kam mit 18 Jahren mittellos nach New York und jobbte in verschiedenen Berufen bevor sie Schriftstellerin wurde.
Sie hatte zeitlebens eine schlechte Gesundheit und erlitt mehrere Schlaganfälle. Mccullers wurde nur 50 Jahre alt.


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